Wer 24 Stunden am Stück wach bleiben musste, schneidet bei Verhaltenstests genauso schlecht ab wie ein Mensch mit einem Promill Alkohol im Blut. Ärzte, denen Schichtdienst regelmäßig solchen Schlafmangel aufzwingt, sollen trotzdem immer richtige, weil lebenswichtige Entscheidungen treffen. Das kann nicht funktionieren.
Antje Findeklee
Wochenlange Ärztestreiks bestimmten im Sommer die Nachrichten. Wie bei jedem Tarifstreit ging's ums Gehalt - aber auch um angemessene Arbeitszeiten. Nun lässt sich über die Höhe von Löhnen trefflich diskutieren, und auch unbezahlte Überstunden sind für die meisten Berufstätigen heutzutage eher Regel als Ausnahme. Doch in diesem Fall betraf der Arbeitskampf uns alle: Denn Mediziner, die 24 Stunden und mehr im Einsatz sind, machen mehr Fehler - das belegen inzwischen einige Studien. Und Schichtdienste dieser Länge sind keine Seltenheit, bei Wochenarbeitszeiten von achtzig Stunden und mehr.
Merkwürdig lange hat es gedauert, bis...
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