Das Knochenstück wurde bereits 1926 in La Quina in Frankreich gefunden, zusammen mit Artefakten die zur Herstellung von Feuersteinwerkzeug dienten. Fast 90 Jahre lag der Knochen unbeachtet in einem Museum. Doch nun untersuchte Christine Verna vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig das Schädelstück zusammen mit Francesco d’Errico von der Université de Bordeaux erneut. Dabei entdeckten sie Erstaunliches: Unter dem Mikroskop fanden sich Hinweise, dass mit dem Knochen Steinwerkzeuge geschärft wurden. Kratzspuren zeigen, dass die prähistorischen Handwerker den Schädel sorgfältig sauber schabten, bevor sie ihn in passende Stücke teilten.
Die Entdeckung zeigt, dass sich der prähistorische Umgang mit dem Tod je nach Ort und Zeit deutlich unterschied. Frühere Funde hatten belegt, dass andere Neandertaler-Kulturen ihre Toten rituell beerdigten.
Julian Willuhn




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