Anthropologie
Gene der Neandertaler
Analysen des Neandertalererbguts glätten manchen Streit unter Forschern. Nur einige Gene aus der weit zurückliegenden gemeinsamen Vorzeit gleichen den unseren.
Vor zwei Jahren gelang es, eine andere DNA der Neandertaler ganz zu erfassen: ihr mitochondriales Genom. Michochondrien sind Zellorganellen mit einem gesonderten Erbgut, die gewissermaßen als Kraftwerke der Zellen fungieren. Dieses Genom wird nur über Frauen mit den Eizellen weitervererbt. Aber auch mehrere Gene aus dem Zellkern von Neandertalern kennen wir inzwischen, die interessante Einblicke lieferten. Alle Rätsel um diese Ureuropäer werden solche Studien sicherlich nicht lösen können. Bisher erbrachten sie immerhin vier wichtige Erkenntnisse, die wir hier darstellen wollen.
Als erstes Hauptergebnis möchten wir den tatsächlich beträchtlichen genetischen Abstand zwischen uns, also dem so genannten modernen Menschen (Homo sapiens), und dem Neandertaler (Homo neanderthalensis) nennen. Die Genetiker ermittelten ihn sowohl durch Analysen einzelner Gene aus dem Zellkern als auch durch Vergleiche von Sequenzen der Mitochondrien-DNA

Die Populationsgenetikerinnen
Anna Degioanni und Virginie
Fabre und die Paläanthropologin
Silvana Condemi sind
Mitglieder des Forschungsbereichs
Biokulturelle Anthropologie des
CNRS (Centre National de la Recherche
Scientifique / Nationales
Forschungszentrum), des EFS
(Etablissement Français du Sang)
und der Université de la Mediterranée
in Marseille.
abrufen
