Obwohl sie nie das Rad und die Metallverarbeitung erfunden hatten, schufen die Maya Pyramiden und Tempel, erbauten Metropolen und zeremonielle Zentren im Tiefland der Halbinsel Yukatan. Von Observatorien aus verfolgten sie den Aufgang der Venus und anhand ihrer Himmelsbeobachtungen entwickelten die Maya einen Kalender des Sonnenjahres mit 365 Tagen. Sie ersannen eine eigene Mathematik, die auf der Grundzahl 20 basierte und bereits die Null kannte. In einer Hieroglyphenschrift aus vielen hundert Zeichen dokumentierten ihre Schreiber den Vollzug wichtiger Rituale ebenso wie den Sieg über ihre Feinde.

Ihren Zenit erreichte diese Hochkultur in der so genannten Klassischen Periode (250 – 900 n. Chr.). Bis zum 9. Jahrhundert dürften vier bis zwölf Millionen Menschen auf Yukatan gelebt haben, doch dann brach diese Zivilisation zusammen. Die Maya verließen ihre Zentren, die Bauwerke verfielen, nur wenige hunderttausend Menschen überlebten auf der Halbinsel. Nach wie vor ist dieser Kollaps eines der großen Rätsel der Archäologie. Es gibt etliche Theorien über die Ursachen. Sie reichen von …