Die Erderwärmung verändert die Erde auf vielfältige Weise. Es ist aber heikel, lokale Veränderungen bei der Artenvielfalt und in Lebensgemeinschaften direkt mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen, warnen Ökologen nun in "Nature Climate Change". Quirin Schiermeier sprach daher mit Camille Parmesan, der Hauptautorin der Studie und Biologin an der University of Texas in Austin.
Sie behaupten, dass man lokale Rückgänge bei einzelnen Tier- oder Pflanzenarten nicht direkt dem Klimawandel anlasten solle. Derartige Versuche wären irreführend. Wie kommen Sie zu dieser Ansicht?
Man muss alle Aspekte berücksichtigen, die einen Bestandsrückgang auslösen können – auch den Klimawandel. Das grundsätzliche Ziel ist, Arten und Ökosysteme zu erhalten. Herauszufinden, welcher Anteil am Verschwinden einer Art auf steigende Treibhausgase zurückzuführen ist, hilft dabei nicht weiter – wenn man dies überhaupt bestimmen kann.
Selbstverständlich lassen sich verschiedene ökologische Veränderungen auf klimatische Ereignisse und sogar den Klimawandel zurückführen, vorausgesetzt es gibt entsprechende Langzeitstudien. Will man aber beobachtete Umwälzungen mit dem menschengemachten Klimawandel in Zusammenhang bringen, muss man andere Maßstäbe...
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