Astronomie & Physik
Quantencomputer mit Ionen
Die wohl bekannteste dieser Aufgaben ist das Faktorisieren einer großen Zahl, die das Produkt zweier Primzahlen ist. Zwei Primzahlen zu multiplizieren fällt Computern leicht, selbst wenn die Zahlen hunderte Ziffern lang sind, aber der umgekehrte Prozess – das Herleiten der Primfaktoren – ist so schwierig, dass er die Grundlage fast aller heute gebräuchlichen Verschlüsselungstechniken bildet, vom Onlinebanking bis zur Übertragung von Staatsgeheimnissen. Im Jahr 1994 zeigte Peter Shor an den Bell Laboratories in Murray Hill (New Jersey), dass ein Quantencomputer diese Kodes theoretisch leicht knacken könnte, weil das Tempo, in dem er Zahlen zu faktorisieren vermag, exponentiell höher ist als das jedes bekannten klassischen Algorithmus. Und 1997 zeigte Lov K. Grover, damals ebenfalls an den Bell Labs, dass ein solches Gerät das Durchsuchen einer unsortierten Datenmenge erheblich beschleunigen würde – beispielsweise das Auffinden einer Person in einem Telefonbuch, von der man nur die Telefonnummer kennt.
Doch einen Quantencomputer tatsächlich zu bauen wird gar nicht leicht sein. Seine Hardware – die Atome, Photonen oder künstlichen Mikrostrukturen, welche die Daten als

Christopher R. Monroe ist
Physikprofessor an der University of
Maryland und gehört deren Joint
Quantum Institute und dem National
Institute of Standards and
Technology (NIST) an. Seine Spezialität
ist das elektromagnetische
Einfangen, Laserkühlen und Manipulieren
von Atomen und Ionen.
David J. Wineland promovierte
1970 an der Harvard University. Er
leitet die Ionenspeichergruppe bei
der Time and Frequency Divison
des NIST in Boulder (Colorado). Sie
konzentriert sich auf Laserkühlung
und Spektroskopie von eingefangenen
Ionen.
abrufen