Im Jahr 1995 konstatierte der renommierte amerikanische Wissenschaftler David C. Black über die Suche nach extrasolaren Planeten: "Die Ergebnisse bis heute sind so, dass keine anderen Planetensysteme entdeckt wurden, und die Abwesenheit einer Entdeckung wird allmählich statistisch signifikant." Doch bereits im Oktober desselben Jahres veränderte sich die Lage dramatisch: Die Schweizer Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz hatten bei einem Stern in 42 Lichtjahren Entfernung das Objekt 51 Pegasi b entdeckt – den ersten Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern.
Das öffnete die Tür zu einem völlig neuen Gebiet der Astronomie: extrasolare Planeten! Dieser Forschungszweig entwickelt sich seitdem zu einem der am schnellsten wachsenden Bereiche der Astrophysik. Durch neue Beobachtungen und mit statistischen Computerverfahren konnte unser Forschungsteam Anfang des Jahres nachweisen, dass Exoplaneten offenbar fast überall in der Milchstraße auftreten (Nature 481, S. 167, 2012)

Joachim Wambsganß ist Direktor des Zentrums für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH).
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1. Schluss auf die Gesamtheit erlaubt?
07.06.2012, Leonore Maurer, WienSie machen diesen Schluss plausibel mit einem äußerst problematischen Vergleich: Schließlich weiß ich entweder, dass Deutschland viele Jahrhunderte lang christlich geprägt ist und dass zu dieser Tradition eben Kirchen in jedem Ort gehören, weswegen ich nicht auf Schlüsse aus beschränkter Erfahrung angewiesen bin. Oder ich weiß das nicht, dann weiß ich wohl kaum, wie repräsentativ die Stichprobe der zufällig besuchten Städte ist, kann also keine Schlüsse auf das Gesamte ziehen.
Sie fordern mit Ihrem Vergleich also dazu auf, vorhandenes Wissen als Argument für einen Missbrauch statistischer Methoden zu verwenden – und Sie wecken so Zweifel an der Richtigkeit Ihres Schlusses.