Vor ziemlich genau fünf Jahren, Anfang Mai 2007, verkündete der israelische Archäologe Ehud Netzer auf einer Pressekonferenz stolz, das Grabmal von König Herodes dem Großen (73 - 4 v. Chr.) entdeckt zu haben. Die Aufmerksamkeit der Welt war ihm gewiss. Das Gezerre, das seine Mitteilung auslöste, hatte er wohl nicht erwartet. Denn kaum war die Nachricht in der Welt, meldeten die unterschiedlichsten Gruppen ihre Ansprüche an. Shaul Goldstein, der Sprecher eines Verbunds von Siedlungen im Westjordanland südlich von Jerusalem forderte, "den Fundort in den Status einer nationalen und religiösen Stätte zu erheben." Die palästinensische Autonomiebehörde beklagte, die israelischen Archäologen würden Fundstücke aus den besetzten Gebieten nach Israel verschaffen. Und eine Gruppe von orthodoxen Juden, die jüdische Bestattungen vor jedwedem Zugriff schützen wollen,...