Krankheiten: Benebelte Schlange

Eine Pilzinfektion rafft Schlangen dahin, und die Erforschung des Erregers gestaltet sich schwierig. Biologen haben deshalb eine spezielle wie einfache Nebelmaschine entwickelt.
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Eine Schlange wird bedampft
© L. Brian Stauffer, University of Illinois
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSchlange im Terrarium

Ophidiomyces ophiodiicola heißt der Übeltäter, der Ökologen momentan in Nordamerika Sorgen macht: Dieser Pilz befällt Schlangen und löst bei ihnen eine schwere Hauterkrankung aus, an deren Ende viele der Reptilien sogar sterben. Mindestens ein Dutzend Arten in 15 US-Bundesstaaten sind seit dem Jahr 2000 davon betroffen, zudem breitet sich die Pilzinfektion weiter aus - und viele Biologen befürchten eine ähnlich fatale Entwicklung wie bei Amphibien: Der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis rafft weltweit Frösche und Kröten dahin und rottete sogar schon einige Arten aus. Im Gegensatz zum Lurchkiller weiß man über Ophidiomyces ophiodiicola bislang aber nur sehr wenig. Matt Allender vom Illinois Natural History Survey und sein Team wollen das ändern. Sie interessiert etwa, wie man zumindest Schlangen im Terrarium behandeln kann. Sie bastelten daher eine Anlage, in der man die Tiere mit einem potenziellen Gegenmittel einnebeln kann. Zuvor hatte man das bei Reptilien noch nie versucht. Damit gelang es Allender und Co, ein Gegenmittel gegen den Pilz so zu verabreichen, dass die Schlangen es in ausreichend wirksamer Dosis aufnahmen. Und das ist immerhin ein erster kleiner Schritt im Kampf gegen die Seuche.