Brücken schlagen

Der Gravitation zum Trotz
© Fuchs/Woisetschläger
(Ausschnitt)
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Wenn Elmar Fuchs und seine Kollegen eine Hochspannung zwischen zwei Behälter mit destilliertem Wasser anlegen, so passiert etwas Bizarres: Das Wasser scheint aus den sich einander berührenden Gefäßen zu klettern und bildet zwischen beiden eine stabile Verbindung. Die ein bis drei Millimeter dicke, zylinderförmige Säule bleibt sogar bestehen, wenn die Forscher die Becher bis zu zweieinhalb Zentimeter auseinanderziehen.

Fuchs und sein Team untersuchten Struktur sowie den Hitze- und Massetransfer in der scheinbar schwebenden Brücke. Sie vermuten, dass der Spuk auf Grund der elektrostatischen Ladungen auf der Oberfläche des Wassers beginnt: Haben sich die H2O-Moleküle dort einmal zusammengelagert, konzentriert sich das elektrische Feld im Inneren des Wasserkörpers und ordnet die Moleküle in einer Struktur an, die die Brücke letztlich stabilisiert.

Die Wasserbrücke taugt allerdings nichts für den Hausgebrauch, warnen die Wissenschaftler: Die für einen Brückenschlag erforderliche Hochspannung ist lebensgefährlich.