Amphibien: Das Herz des Froschs

Glasfrösche tragen ihren Namen völlig zu Recht - denn sie sind durchsichtig. Das gilt auch für eine neue Art aus Amazonien, deren Herz man schön schlagen sieht.
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Der Glasfrosch Hyalinobatrachium yaku zeigt sein Herz
© Jaime Culebras; Guayasamin J.M. et al.: A marvelous new glassfrog (Centrolenidae, Hyalinobatrachium) from Amazonian Ecuador. In: ZooKeys 673, S. 1-20, 2017, fig. 1 / CC BY 4.0 CC BY
(Ausschnitt)
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Glasfrösche faszinieren seit ihrer ersten Entdeckung die Biologen: Ihr Bauch ist transparent und erlaubt so von außen einen Blick auf ihre Organe. Nicht jeder dieser Amphibien ist allerdings so durchsichtig wie Hyalinobatrachium yaku aus Ecuador, den Juan M. Guayasamin von der Universidad San Francisco de Quito und sein Team in "ZooKeys" beschreiben. Er gehört zu den wenigen Vertretern seiner Familie, deren Herz nicht weiß, sondern tatsächlich rot ist - man kann es direkt beim Schlagen beobachten. Die Männchen der Art betreiben zudem Brutpflege, denn sie bewachen den an der Unterseite von Blättern abgehefteten Laich, bis die Kaulquappen schlüpfen und sich in darunter fließende Bäche fallen lassen. Die Lurche benötigen jedoch unverschmutzte Gewässer, die im Lebensraum von Hyalinobatrachium yaku selten werden. In der Region wird zunehmend nach Öl gesucht - und Lecks an Förderanlagen und Pipelines sind im ecuadorianischen Regenwald an der Tagesordnung.