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Tiefsee

Der tiefste Fisch der Welt

Scheibenbäuche sehen nicht besonders robust aus. Doch die Fische überleben noch in Tiefen, in die es kein anderes Wirbeltier verschlägt.
Ein Scheibenbauch im CT mit Garnele im Bauch

Ein Scheibenbauch im CT

Von Beobachtungen wie dieser träumen Biologen ein Leben lang: Mit durchsichtigen Flossen und aalartigem Schwanz schwebt ein Fisch durch die Tiefsee – in über 8100 Meter Tiefe des pazifischen Marianengrabens. Das Tier bricht damit einen Tiefenrekord, als es von Jeff Drazen und Patty Fryer von der University of Hawaii während einer Expedition 2014 gefilmt wird. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass diese Bereiche des Meeres selbst für Fische eine tödliche Gefahr darstellen, weil dann für das Überleben im so genannten Abyssal notwendige Stoffe im Blut wie Trimethylaminoxid überhandnehmen und die Zellen zerstören. Seitdem sammelten Wissenschaftler um Mackenzie Gerringer von der University of Washington insgesamt 37 Exemplare des Wesens und bestimmten den Fisch als neue Art: Pseudoliparis swirei. Das Leben in dieser Tiefe habe auch Vorteile für die Tiere, die dort kaum Fressfeinde fürchten müssen. Gleichzeitig wirken Tiefseegräben wie eine Art Trichter, durch die massenhaft Nährstoffe sickern, weswegen die Fische reiche Beute finden – im CT-Bild zu erkennen durch die grün schimmernde Garnele im Bauch des untersuchten Exemplars.

48/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 48/2017

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