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Es ist (immer) noch Suppe da!

Es ist (immer) noch Suppe da!

Es ist (immer) noch Suppe da!

Forscher sind jetzt dem Inhalt der ältesten Keramikgefäße der Welt auf den Grund gegangen. Ergebnis: Die Töpfe dienten offenbar als Kochgeschirr, in dem vorwiegend Fisch gegart wurde. Bislang war nicht sicher, zu welchem Zweck die Jäger und Sammler überhaupt begannen, Gefäße aus gebranntem Ton herzustellen – vertragen sich die zerbrechlichen Töpfe doch deutlich schlechter mit einem meist nomadischen Lebensstil als Behälter aus Holz und Korb.

Die Scherben stammen von unterschiedlichen Fundstellen auf den japanischen Inseln und datieren in die beginnende Jomon-Zeit (15 000 bis 11 800 vor heute). Insgesamt 101 verkohlte Inhaltsreste untersuchten Wissenschaftler um Oliver Craig von der University of York mit Hilfe verschiedener Gaschromatografen und bestimmten dabei unter anderem Isotopenverhältnisse, die Aufschluss über die Herkunft des Inhalts geben. Außerdem ermittelten sie, aus welchen Lipiden sich die Speisereste zusammensetzten. Alle Befunde deuten nach Ansicht des Teams darauf hin, dass die Menschen vorwiegend Nahrung aus dem Süß- und Salzwasser darin zubereiteten oder zumindest hoch erhitzten. Möglicherweise hatten es die Köche auf Lachse abgesehen, die sie bei deren Wanderung fischten.

In Europa und andernorts kam Keramik erst Jahrtausende später mit Beginn von Ackerbau und Viehzucht auf. Meer und Flüsse als reichhaltige Nahrungsquelle erlaubten es den Menschen der Jomon-Kultur Japans und Chinas aber womöglich ebenfalls, zumindest zeitweise sesshaft zu werden.

Allerdings war das neue Hightech-Kochgeschirr offenbar besonderen Anlässen oder Personen vorbehalten, zumal laut den Forschern Scherben aus dieser frühen Phase eher selten im Fundmaterial auftauchen. Seine massenhafte Anwendung im Alltag fand die Keramik erst in späteren Abschnitten der Jomon-Zeit vor etwa 10 000 Jahren.

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