Medizinische Ersatzteile: Gedruckte Mikrovulkane aus Silikon

Gerne würde man medizinische Miniersatzteile aus Silikon herstellen. Mit einem pfiffigen, abgewandelten 3-D-Druck-Verfahren wird das vielleicht möglich.
von
Minischlote aus Silikon
© Christopher O’Bryan, Thomas Angelini et al.; O’Bryan, C.S. et al.: Self-assembled micro-organogels for 3D printing silicone structures. In: Science Advances 3, e1602800, 2017
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernGedruckte Minischlote aus Silikon
Solche von Mikroingenieuren präzise hergestellten, spuckenden Minivulkane aus Silikon mit Durchmessern von unter drei Millimetern suchen unter anderem Mediziner schon seit Längerem: Sie brauchen exakt geformte, durchströmbare Mikroschläuche wie diese, um in Zukunft einmal zum Beispiel defekte Bauteile des menschlichen Körpers mit genau designten und gleichzeitig biologisch kompatiblen Ersatzteilen zu reparieren. Dazu mussten allerdings erst einige technische Verfahren entwickelt und angepasst werden: etwa ab den 1980er Jahren der 3-D-Druck, der seit einigen Jahren sogar mit weichen Materialien wie Silikon im Prinzip möglich ist. Für Spezialanwendungen war das Verfahren allerdings nicht flexibel genug - ein Problem, das Ingenieure nun aber gelöst haben: Sie drucken die gewünschten Silikonstrukturen in einer in unpolaren Lösungsmitteln aufschwellenden Mikrogel-Gerüstmatrix, die mit ausreichender Präzision formgebend wirkt. In dem neuen Mikrogel entstehen so nun auch spuckende Mikrovulkane oder ganze Silikon-Minirohrleitungs-Netzwerke.