Geduldige Raben
Nicht nur die Dauer der Durststecke, auch die Qualität der erwarteten Belohnung spielte eine Rolle dabei, ob die Rabenvögel sich beherrschen konnten. Ihre Taktiken lassen wieder an die Menschenkinder denken: das erste Stück Futter wird weggelegt, aufgenommen, wieder weggelegt Im Video lässt der Vogel direkt zu Beginn das Futterstück nach rechts fallen und verzieht sich erst ein Mal. Zwischen der 16. und 30. Sekunde wird das Video im Zeitraffer abgespielt. Erst nach tatsächlichen 80 Sekunden darf das Tier das erste Stück Futter gegen die höherwertige Belohnung austauschen.
Dieses Prinzip des Belohnungsaufschubs zu verstehen und über eine solche Zeispanne anwenden zu können traute man bisher nur Menschen und Menschenaffen zu. Dennoch haben auch viele der Kinder im Marshmallow-Test lieber ihren ersten Marshmallow sofort verputzt. (lh)



drucken




Mente et Malleo |
Gedankenwerkstatt |
Landschaft & Oekologie |
Graue Substanz |
Labyrinth des Schreibens |
Vom Hai gebissen |
Robotergesetze |
Natur des Glaubens |
Die Natur der Naturwissenschaft |
Quantensprung |
Raumschiff Erde |
MENSCHEN-BILDER | 






1. Wirklich geduldig oder einfach nur vergesslich?
19.09.2011, Edgar Renje, Chemnitzmeiner Meinung nach wurde bei diesem Experiment nicht berücksichtigt (und das dürfte schwer nachzuweisen sein, da man sich nicht "in den Köpfen" der Raben befindet bzw. in diese einsehen kann), ob die Raben das erste Stück wirklich verschmähten, um an das bessere zu gelangen oder ob sie es quasi aus Gewohnheit verschmähen: d.h. dass sie es instinktiv nach seiner Qualität bewerten. Zudem kommt noch die Komponente der Zeit. Wer kann mir sagen, dass der Rabe diese Zeit wirklich abwartet und nicht etwa einfach ein "neues" Stück vorfindet? Ich denke, dass ist schwer nachweisbar und deshalb ist die ganze Begründung und der Vergleich zu Menschen nicht haltbar.
Dennoch ein schöner Bericht.
Mit freundlichen Grüßen
Edgar Renje