Neurowissenschaft: Neuron umrankt Mäusehirn

Ein neues Verfahren erlaubt es Forschern, Nervenzellen besser sichtbar zu machen als bisher. Bei Mäusen sind die ersten Resultate verblüffend.
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Claustrum-Neuronen im Mäusehirn
© Allen Institute for Brain Science
(Ausschnitt)
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Mit einer neuen Methode haben amerikanische Neurowissenschaftler drei überraschend weit verzweigte Neurone in einem Mäusehirn sichtbar gemacht. Eine der Nervenzellen umrankt sogar die gesamte äußere Region des Denkorgans. Die Neurone gehören zu einem Hirnteil namens Claustrum, in dem Christof Koch und seine Kollegen vom Allen Institute for Brain Science in Seattle den Ursprung des Bewusstseins vermuten. Die neue Technik zur Neuronen-Rekonstruktion stellte Koch im Februar auf einer Fachkonferenz der amerikanischen BRAIN-Initiative in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland vor. Demnach züchteten die Hirnforscher eigens für ihren Versuch Mäuse, in denen ein bestimmter Wirkstoff gezielt Gene in den Neuronen des Claustrums aktivierte. Mischte man den Tieren diese Substanz ins Essen, produzierten die Nervenzellen entlang ihrer ganzen Ausdehnung ein grün fluoreszierendes Protein. So konnten die Forscher den Verlauf der Neurone anhand von 10 000 Querschnittsbildern des Mäusehirns rekonstruieren.