Großteleskope: Scharfer Durchblick für das Very Large Telescope

Die Europäische Südsternwarte ESO in Chile nahm an ihrem Very Large Telescope eine neue adaptive Optik in Betrieb, mit der sich die Bildschärfe eines der vier 8,2-Meter-Teleskope drastisch verbessern lässt. Die ersten Bilder zeigen bislang nie gesehene Details bei Planetarischen Nebeln und Galaxien.
Der Planetarische Nebel NGC 6369 ohne und mit Korrektur
© ESO/P. Weilbacher (AIP) / NGC 6369 vor und nach der AOF / CC BY 4.0 CC BY
(Ausschnitt)
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"Little Ghost Nebula" ist einer der Spitznamen des Planetarischen Nebels NGC 6369 im Sternbild Schlangenträger. Er ist hier einmal mit (rechtes Teilbild) und ohne Korrektur (linkes Teilbild) durch die neue adaptive Optik AOF der Europäischen Südsternwarte ESO zu sehen. Das System kann die durch die Luftunruhe in der Erdatmosphäre entstehende Verschmierung ausgleichen, so dass die Bilder nun die volle physikalisch mögliche Bildschärfe eines 8,2-Meter-Teleskops erreichen. NGC 6369 ist der Überrest eines sterbenden Sterns mit etwas mehr als einer Sonnenmasse. Seine Kernzone hat sich nach dem Erlöschen der energiespendenden Fusionsreaktionen zu einem Weißen Zwerg zusammengezogen, es ist der helle Punkt exakt in der Bildmitte. Ein Weißer Zwerg ist ein Himmelskörper von etwa Erdgröße, aber mit der bis zu 1,4-fachen Masse unserer Sonne. Er ist sehr heiß und regt die ihn umgebenden Gasmassen mit seiner energiereichen ultravioletten Strahlung zu Leuchten im sichtbaren und infraroten Licht an.