Rückzugsort: Schutz vor kannibalistischen Geschwistern

Die Kaulquappen der giftigen Baumsteigerfrösche neigen zum Verspeisen ihrer Geschwister. Für die Jungen bedeutet das: raus aus dem Teich.
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Den Nachwuchs huckepack
© The Journal of Zoology; Schulte, L.M., Mayer, M.: Poison frog tadpoles seek parental transportation to escape their cannibalistic siblings. In: Journal of Zoology, 10.1111/jzo.12472, 2017
(Ausschnitt)
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Kaulquappen der Art Ranitomeya variabilis fechten einen harten Konkurrenzkampf aus. Wenn die Nahrung knapp wird, fressen sich die Jungtiere mitunter sogar gegenseitig auf. Ihr Überleben sichert der Vater: Er transportiert einzelne Jungtiere auf seinem Rücken aus der Wasserstelle, in der sie schlüpften, und setzt sie in einer neuen ab.

Was geschieht, wenn der Vater seinen Pflichten nicht nachkommt, haben nun Lisa Schulte und Michael Mayer von der Uni Trier untersucht. Wie sie im "Journal of Zoology" schreiben, klettern die Tiere dann auf (fast) jede andere Transportmöglichkeit, sprich: jeden anderen Frosch, in der Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit.