Bilder einer Ausstellung | 27.02.2012 | Drucken | Teilen

Goldene Pracht

Goldene Pracht

Für die Menschen des Mittelalters galt Gold als Inbegriff des Heiligen und Göttlichen. Damit war das Edelmetall bestens dazu geeignet, Frömmigkeit und Ehrfurcht gegenüber Gott zu bekunden – und sich durch die Schenkung von goldenen Preziosen seines Seelenheils zu versichern.

Im Frühmittelalter waren es vor allem Könige und Adelige, die kostbare Heiligenbildnisse, liturgische Geräte oder prächtige Reliquienschreine den Kirchen und Klöstern stifteten. Ab dem 13. Jahrhundert tritt auch ein selbstbewusstes Stadtbürgertum der Stiftergemeinschaft bei. Mit der wertvollen Gabe ging stets die Hoffnung einher, im Jenseits der Hölle zu entgehen. Denn egal ob Papst, König, Ritter oder Bürger – wer sich nicht schon zu Lebzeiten durch Spenden und Stiftungen hervortat, fürchtete, ewig im Fegefeuer zu schmoren.

Mit dem steigenden Bedarf an Edelmetallobjekten entstanden vor allem in Bischofsstädten wie etwa Münster, Paderborn und Osnabrück regelrechte Kunstzentren. Gerade in Westfalen brachten es die mittelalterlichen Goldschmiede zur meisterlicher Kunstfertigkeit. Stolz signierten sie ihre Werke, nannten sich und die Auftraggeber.

Aus Silber, Gold und Edelsteinen schufen die Künstler aufwändig gearbeitete Preziosen, die als zeremonielles Gerät der Liturgie dienten oder die Überreste von Märtyrern und Heiligen aufnehmen sollten. Für ihre Werke ließen sich die Handwerker auch von Stücken aus dem Rheinland oder Frankreich inspirieren und tauschten Ideen mit Bildhauern und Malern aus.

Manches vergoldetes Silbergefäß war indes auch für weltliche Zwecke bestimmt: Stadtobere und reiche Bürger vergrößerten den Ratsschatz durch Schenkungen, um so das Ansehen der Stadt zu steigern oder wichtige Beschlüsse zu bekräftigen.


Goldene Pracht
Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen
Vom 26. Februar bis zum 28. Mai 2012

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
48143 Münster
www.lwl-landesmuseum-muenster.de

Bistum Münster und Domkammer der Kathedralkirche St. Paulus, Münster
Horsteberg
48143 Münster
www.domkammer-muenster.de

Exzellenzcluster "Religion und Politik"
Westfälische Wilhelms-Universität (WWU)
Johannisstr. 1–4
48143 Münster
www.religion-und-politik.de

Internet: www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Landesmuseum-Muenster/goldene_pracht
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