Kurz nach ihrer Erfindung forderte die Konservendose erste prominente Opfer: Die Teilnehmer der glücklosen Franklin-Expedition in die Arktis vergifteten sich 1845 an dem Blei in ihren Lebensmittelbehältern. Seither hat man nicht nur das Lötmetall gewechselt; das Doseninnere wird auch mit Epoxidharz beschichtet, damit keine Korrosionsprodukte in die Nahrung gelangen. Ein kleines Forschungsprojekt an der Harvard School of Public Health hat nun Zweifel an der Weisheit dieser Maßnahme geweckt. Die Wissenschaftler hatten im vergangenen Jahr ihren Probanden fünf Tage lang jeweils eine Dosensuppe zu essen gegeben und anschließend den Urin der Freiwilligen kontrolliert. Das Epoxidharz bereitete ihnen dabei keine Sorge. Sie hatten es vielmehr auf einen ganz anderen Stoff abgesehen: Bisphenol A (BPA), das zur Herstellung dieser Kunststoffe verwendet wird und daher in zahllosen Materialien enthalten ist. Schon länger wird dem Stoff, der in vielerlei Plastikgegenständen auftaucht, eine gesundheitsgefährdende Wirkung nachgesagt. In einigen Ländern ist seine Verwendung zum Beispiel in Babyflaschen sogar verboten. Aber würde er sich auch in den Blechdosen bemerkbar machen? Übergang in den Körper Die Antwort fiel relativ eindeutig aus. Verglichen mit...