Die Zukunft der experimentellen Teilchenphysik hängt an einem seidenen Faden: Findet der Large Hadron Collider (LHC) am Teilchenforschungszentrum CERN bei Genf keine eindeutigen Hinweise auf eine irgendwie geartete neue Physik, dürfte dies das Aus der großen, internationalen Beschleunigeranlagen einläuten. Die 27 Kilometer lange und mehrere Milliarden Euro teure Kette aus tonnenschweren, supraleitenden Magneten mit den vier haushohen Nachweisgeräten Atlas, CMS, Alice und LHCb wird dann wohl genauso sang- und klanglos eingemottet werden wie jüngst das Tevatron in den Vereinigten Staaten oder vor fünf Jahren die 6,3 Kilometer lange Elektronen-Protonen-Beschleunigeranlage HERA beim Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg. Mit dem LHC endete dann die experimentelle Teilchenphysik, bei der sich die Versuchsbedingungen reproduzierbar einstellen lassen. Die Physiker wären künftig auf Zufallsergebnisse aus der kosmischen Strahlung angewiesen. Mit dem LHC wird derzeit vor allem das sogenannte Higgs-Boson gesucht - so...