Dass der Mensch den Strahlungshaushalt der Erde beeinflusst, ist nichts Neues. Bis vor zwei Jahrhunderten geschah das aber praktisch nur durch Veränderung der Landoberflächen, und die Auswirkungen waren so gering, dass sie sich kaum von natürlichen Klimaschwankungen abhoben. Das änderte sich jedoch mit der industriellen Revolution. Von nun an gelangte durch die zunehmende Nutzung fossiler Brennstoffe, die zur Energiegewinnung verfeuert wurden, rasch immer mehr Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Parallel dazu kam es zu einem rapiden Bevölkerungswachstum, das mit einer Intensivierung der Landwirtschaft einherging. Durch die vermehrte Nutzviehhaltung und die künstliche Düngung stiegen vor allem die Emissionen von Methan (CH4), aber auch die von Lachgas (N2O) an.
Diese Entwicklung setzt sich bis heute fort, und es gibt kaum Anzeichen für eine Trendwende. Als Folge nehmen die Konzentrationen der drei Gase in der Atmosphäre weiter zu, wo sie die Wärmestrahlung in den unteren Luftschichten zurückhalten. Dadurch heizen sie die Erde allmählich auf. Der resultierende Klimawandel ist durch Messungen der globalen Luft- und Ozeantemperatur, der Schnee- und Eisbedeckung sowie des Meeresspiegels inzwischen klar belegt

Thomas
Leisner ist Direktor
am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des
Karlsruher Instituts für Technologie sowie Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind atmosphärische Aerosole, Wolken und Niederschlag. Andreas
Oschlies ist Professor für Biogeochemische Modellierung
an der Universität Kiel und am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung
Kiel (GEOMAR). Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den
physikalischen, biogeochemischen und ökologischen Grenzen der
ozeanischen CO 2-Aufnahme, mit der Klimasensitivität physikalischer,
chemischer und biologischer Prozesse im Meer sowie mit
deren Abbildung in biogeochemischen Modellen. Wilfried Rickels
ist Postdoc am Institut für Weltwirtschaft in Kiel im Forschungsbereich
"Umwelt und natürliche Ressourcen" und befasst sich
vor allem mit den Möglichkeiten und Grenzen der ozeanischen
CO2-Aufnahme in dynamischen Optimierungsmodellen.
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