Das Ende der Endzeit
Bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts glaubten Generationen von Menschen, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorstünde. Erst als Gelehrte die biblische Endzeitvorstellung in Frage stellten, wurde der Weg frei für das Konzept einer offenen, gestaltbaren Zukunft.
Einen Blick auf kommende Zeiten zu erhaschen oder gar eine Reise dorthin zu unternehmen, ist ein alter Menschheitstraum. Viele möchten wissen, was die Zukunft für sie bereithält. Moderne Visionen dieses Wunsches, wie in H. G. Wells’ Roman »The Time Machine« (1895) oder in Robert Zemeckis’ Film »Back to the Future« (1985), sind dabei eigentlich einer mittelalterlichen Vorstellung verpflichtet. Sie folgen der Idee, dass die Zukunft ein vorbestimmter Korridor ist, der zeitlich vor uns liegt und den wir mit den entsprechenden technischen Möglichkeiten »durchreisen« könnten.

Der Autor lehrt Geschichte der Frühen Neuzeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
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