Die Wiege des modernen Menschen liegt im Osten Afrikas. Von dort mach­te sich Homo sapiens vor über 100 000 Jahren auf, die Welt zu erobern. Vermutlich über den Nahen Osten und durch das Donautal erreichte er schließlich Mitteleuropa, wo er auf allenfalls noch spärlich von Neandertalern bewohnte Gebiete stieß. Vom Atlantik bis zum Don hinterließen unsere Vorfahren zahlreiche Spuren, die mit einem Alter von 40 000 bis 28 000 Jahren die früheste über weite Teile Europas verbreitete Kulturstufe der jüngeren Altsteinzeit kennzeichnen: das Aurignacien (benannt nach der Höhle von Aurignac im Südwes­ten Frankreichs).

Neben Werkzeugen und Waffen aus Stein, Knochen, Geweih und Elfenbein finden sich im Aurignacien auch die ältesten bisher bekannten figürlichen Kunstwerke und sogar Musikinstru­mente. Sie sind es, die das hohe Maß an Fantasie, Kreativität und Kunstfertigkeit der neuen Bewohner Europas belegen. Und in kaum einer anderen Region ist dies so eindrucksvoll überliefert wie auf der Schwäbischen Alb im Südwesten Deutschlands – insbesondere im Lonetal nördlich von Ulm sowie im Achtal bei Blaubeu­ren …