Die Kultur der Schimpansen
Christophe Boesch und Andrew Whiten
Die Gruppe, die hier Mahlzeit hält, besteht aus mehreren erwachsenen Tieren, einigen Jugendlichen und auch ein paar Kindern. Die Erwachsenen knacken die leckeren, walnussähnlichen "Coula"-Nüsse am geschicktesten. Als "Amboss" dienen flache, breite Wurzeln, als "Hammer" Holzstücke. Wenn einer der Affen eine Portion Nüsse vertilgt hat, sammelt er im Umkreis wieder ein paar Hand voll der nahrhaften Früchte zusammen, den Hammer immer bei sich.
Die Jugendlichen beherrschen den Trick noch nicht so gut. Sie probieren immer wieder, ob sie mit einem anderen Hammer nicht besser zu Rande kommen. Und die Kleinsten der Gruppe, die gerade nicht herumtollen, hocken bei der Mutter und ergattern Brocken von zertrümmerten Nüssen.
Würde ein Anthropologe später diesen Ort aufsuchen, hielte er die zurückgelassenen Geräte vielleicht für Spuren einer primitiven menschlichen Kultur. Noch vor kurzem hätte niemand einem Menschenaffen dergleichen zugetraut. Schon manches Mal haben die Schimpansen Primatologen mit unerwarteten Fähigkeiten verblüfft. In den letzten zehn Jahren mussten die Wissenschaftler wieder einmal feststellen, dass die Ähnlichkeiten mit dem Menschen viel tiefer wurzeln als sie bisher glaubten.
Wenn beispielsweise in Taï Schimpansen Nüsse mit Steinen zerschlagen, vollführen sie nicht etwa ein allgemein schimpansenübliches Verhalten. Denn das machen diese Menschena

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