Die wendige Katze
Sie fällt immer auf die Füße – auch wenn sie wenig Zeit hat, die richtige Haltung einzunehmen. Wie bringt sie dieses Kunststück fertig?
Wolfgang Bürger
Die Katze muss schnell sein, denn nach einer halben Sekunde beträgt die Geschwindigkeit ihres Schwerpunkts schon 18 Stundenkilometer. Während die Fallgeschwindigkeit "nur" proportional zur Zeit wächst, nimmt die Bewegungsenergie der Katze und damit ihr Risiko, sich bei einer unglücklichen Landung auf dem Boden zu verletzen, viel schneller zu.
Was in dieser kurzen Zeit abläuft, zieht so schnell am Auge vorüber, dass sich beim bloßen Zuschauen nicht alle Einzelheiten erkennen lassen. Nach Berichten von Biologen ist nicht nur Katzen, sondern auch Hasen, Hunden, Kaninchen und Affen der Instinkt angeboren, sich beim Fallen auf die Füße zu drehen. Ich habe es nicht nachgeprüft und möchte die Leser nicht zu voreiligen Experimenten verleiten.
Ein öffentlicher Aufruf: Seit Generationen haben Menschen den Katzen bei ihrem Manöver zugeschaut, aber erst im Jahre 1894 wurde es ein "wissenschaftliches Problem". Die Pariser Akademie der Wissenschaften rief öffentlich auf, "eine physikalische Erklärung zu geben, wie es eine Katze fertig bringe, beim Fallen aus größerer Höhe stets mit den Füßen voran auf den Boden zu kommen". Die Vertreter der Mechanik in der Akademie waren der Ansicht, die Drehung lasse sich nur damit erklären, dass die Katze sich im Augenblick des Loslassens von den Händen abstoße und dabei Drehimpuls in der einen oder anderen Richtung gewinne. Denn währen


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