Eine Mangroveninsel vor Belize
Die charakteristischen Mangrovensümpfe entlang vieler tropischer Küsten und Strände sind Lebensraum für eine Fülle einzigartiger Organismen. Wegen der oft extremen Anpassungen ist dieses Ökosystem gegen menschlichen Eingriff besonders empfindlich.
Diesen extremen Lebensraum einzuordnen, darum bemühen sich Wissenschaftler seit langem. Soll man Mangrovensümpfe als besondere Erscheinungsform des Korallenriffs ansehen? Oder eher als überfluteten Küstenwald? Verglichen mit gewissen Tropenwäldern landeinwärts, die manchmal rund 100 Baumarten auf dem Hektar beherbergen, erscheinen die Baumbestände der Mangrovensümpfe kümmerlich und eintönig. Selbst an den indo-pazifischen Küsten, wo diese Gehölzformation am reichsten entwickelt ist, sind auf gesamter Länge nur an die 40 Arten überhaupt anzutreffen – am Atlantik sind es sogar nur rund acht, und lediglich drei davon sind wirklich häufig.
Schon der Gebrauch des Begriffs Mangrove ist etwas verwirrend. Darunter verbirgt sich keine botanische taxonomische Einheit, sondern er bezeichnet schlicht diesen charakteristischen Vegetationstyp von Gehölzen in der tropischen Gezeitenzone, daneben aber auch einige der Baumarten selbst; dann spricht man etwa von Rot- oder von Schwarzmangroven. Gemeinsam ist den verschiedenen Arten eine Reihe physiologischer Mechanismen, dank derer sie im seichten Meereswasser der Gezeitenzone gedeihen können. Zum Beispiel vermögen sie sich gegenüber Salz abzuschotten beziehungsweise es über Drüsen auszuscheiden. Und sie bilden zum Gasaustausch Luftwurzeln aus, die aus dem sauerstoffarmen Grund herausragen. An sich würden diese Arten auch in weniger salzigem Milieu gedeihen, doch können sie si


Ilka C. Feller ist Botanikerin und wissenschaftliche Illustratorin. In den achtziger Jahren arbeitete sie am amerikanische Nationale Museum für Naturgeschichte der Smithsonian Institution in Washington und promovierte Anfang der neunziger Jahre an der Georgetown-Universität in Washington. Seit 1993 arbeitet sie als Nachwuchswissenschaftlerin am Smithsonian-Umweltforschungszentrum in Edgewater (Maryland).
Klaus Rützler und sie ergänzen sich bei ihrer gemeinsamen Forschung an den Mangroven als Meeresbiologe beziehungsweise Waldökologin. Rützler begann seine Studien von marinen Ökosystemen in Unterwasserhöhlen der Adria vor der Küste des heutigen Kroatien. Er hat 1963 an der Universität Wien promoviert und ging zwei Jahre später nach Washington an das amerikanische Nationale Museum für Naturgeschichte der Smithsonian Institution. Zur Zeit leitet er dessen Forschungsprogramm über Korallenriff-Ökosysteme in der Karibik.
Er und Ilka C. Feller ergänzen sich bei ihrer gemeinsamen Forschung an den Mangroven als Meeresbiologe beziehungsweise Waldökologin.
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