König von Uruk
Das Gilgamesch-Epos ist das älteste bekannte literarische Werk der Menschheitsgeschichte. Archäologen und Historiker verfolgen bis heute die Spuren des legendären Herrschers.
An jenem denkwürdigen Abend war es einem George Smith gegönnt, einen Meilenstein sowohl in der Erforschung der antiken Kulturen des Zweistromlands als auch der Ergründung biblischer Mythen zu setzen. Der Spross einer Arbeiterfamilie, der es als Autodidakt zum Assistenten am British Museum geschafft hatte, hatte für diesen Abend eine Sensation angekündigt. George Smith präsentierte einen Keilschrifttext, in den eine aus dem Alten Testament nur allzu bekannte Geschichte eingeritzt war: die Geschichte von der Sintflut. Das Bruchstück war von den Ausgräbern im Palast des neuassyrischen Herrschers Assurbanipal (668 – 627 v. Chr.) in Ninive gefunden worden.

Die Autorin studierte Klassische und Vorderasiatische Archäologie in München. Sie lebt als freie Autorin in Ingolstadt.
abrufen
1. Archaische Völker
13.10.2007, Wolfram v. Specht, OberrotOffenbar hat sich die Verfasserin mit der Lebensweise und Spiritualität von archaisch lebenden Völkern nicht befasst, die aus der Ethnologie bekannt sind. Diese kennen meistens sehr umfangreiche, mündlich überlieferte Epen (die später z.B. als Ilias aufgeschrieben wurden), Musik, Tanz und mehrtägige Feste. Die für diese Menschen und vor allem ihre Schamanen selbstverständlichen Begegnungen mit den Gottheiten sind nicht von dem Gefühl von "Ausgeliefertsein" geprägt, sondern von Respekt (gegenüber den gegebenen Regeln) und Liebe.
Eine Archälogin muß so etwas nicht bedenken, auch wenn sie tun sollte. Ein Magazin, daß sich als Kulturzeitschrift begreifen will, muß ein größeres Augenmerk darauf legen, daß die Interpretationen der Geschichte nicht von verstaubtem Blödsinn geprägt sind.
2. Das Gilgamesch Epos genauer lesen
14.01.2008, Ursula Broicher, BremenGleichermaßen fehlt im Epos der Hinweis, dass Deiche und Felder verkommen, weil der junge Gilgamesch die Stadtmauer bauen lässt. Vielmehr macht der Text deutlich, dass er sie erst nach seiner Rückkehr, geläutert und weise geworden, zum Schutz seiner Stadt errichten lässt.
Auch die "vielen mythischen Wesen", die Gilgamesch, der Autorin zufolge, auf seiner Suche nach Uta-napischti trifft und die ihm alle von seiner Suche abraten, kommen im Text nicht vor.
Schade, hier wurde eine Gelegenheit versäumt, das Gilgamesch Epos ohne das Schottsche tröstliche Beiwerk vorzustellen. Die Übersetzung Schotts ist zwar sehr schön, aber mittlerweile über 60 Jahre alt!