"Miese Stimmung. Eine Streitschrift gegen positives Denken" von Arnold Retzer; "Der Komet im Cocktailglas. Wie Astronomie unseren Alltag bestimmt" von Florian Freistetter; "Warum verhalten wir uns manchmal merkwürdig und unlogisch?" von Sylvain Delouvée; "Die Erdmännchen Gang. Wilde Abenteuer in der Kalahari-Wüste" von Emily Wallington (Drehbuch), Rob Bruyns et al. (Kamera)
Ich kenne das Buch nicht. Christoph Pöppes Rezension verdammt nicht nur das Buch, sondern auch die ihm zu Grunde liegende Idee.
Ich habe einmal einen Vortrag von Paul Watzlawick gehört, in dem er ähnliche Gedanken äußerte. Er meinte dass man depressive Personen nur ja nicht darauf hinweisen sollte dass draußen die Sonne scheine und Vögel sängen, denn das würde beim Betroffenen den Umkehrschluss nach sich ziehen: "Alle anderen können sich darüber freuen, nur ich nicht". Auch dass in den USA den Schülern eingeredet werde "School is fun" hielt er für kontraproduktiv.
Ich habe gerade von einer Studie über Autosuggestion gelesen, die ergab, dass gerade die Personen, die das Ergebnis dringend bräuchten, nämlich Personen mit geringem Selbstvertrauen, gar nicht davon profitierten (von einer Verschlechterung war allerdings nicht die Rede).
Personen, die sich immer betont positiv äußern, empfinde ich subjektiv als emotionslos, kritiklos, unehrlich und uninteressant. Außerdem habe ich erlebt, dass solche Personen anfällig für pseudowissenschaftlichen Nonsens sind.
Ich würde die Grundidee, dass sich positives Denken ins Gegenteil wandeln kann, nicht grundsätzlich verdammen.
Antwort der Redaktion:
Ich stimme dieser Grundidee sogar zu. Leuten, die sich immer betont positiv äußern, bringe ich ein grundsätzliches Misstrauen entgegen, und wenn sie mir einreden wollen, mein Unglück (welches auch immer) liege nur an meinem Mangel an positivem Denken, erst recht. Das halte ich in der Tat für Unfug (und habe das auch so geschrieben). Nur dass Arnold Retzer den ganzen Zuwachs an Depressionen, Burnout-Syndrom usw. darauf zurückführt, dass die Leute diesen Unfug glauben - das glaube ich wirklich nicht. Dazu ist der Unfug dann (meistens) doch zu offensichtlich.
1. Zur Rezension von ""Miese Stimmung. Eine Streitschrift gegen positives Denken""
25.02.2013, Martin PiehslingerIch habe einmal einen Vortrag von Paul Watzlawick gehört, in dem er ähnliche Gedanken äußerte. Er meinte dass man depressive Personen nur ja nicht darauf hinweisen sollte dass draußen die Sonne scheine und Vögel sängen, denn das würde beim Betroffenen den Umkehrschluss nach sich ziehen: "Alle anderen können sich darüber freuen, nur ich nicht". Auch dass in den USA den Schülern eingeredet werde "School is fun" hielt er für kontraproduktiv.
Ich habe gerade von einer Studie über Autosuggestion gelesen, die ergab, dass gerade die Personen, die das Ergebnis dringend bräuchten, nämlich Personen mit geringem Selbstvertrauen, gar nicht davon profitierten (von einer Verschlechterung war allerdings nicht die Rede).
Personen, die sich immer betont positiv äußern, empfinde ich subjektiv als emotionslos, kritiklos, unehrlich und uninteressant. Außerdem habe ich erlebt, dass solche Personen anfällig für pseudowissenschaftlichen Nonsens sind.
Ich würde die Grundidee, dass sich positives Denken ins Gegenteil wandeln kann, nicht grundsätzlich verdammen.