Paul Erdös, ungarischer Jude, geboren 1913 in Budapest, war ein bedeutender Mathematiker und ein bemerkenswerter Mensch. Schon früh galt er als mathematisches Wunderkind – und fühlte sich schon als Kind "sehr alt". Im Jahre 1938 entfloh er dem ungarischen Faschismus und dem Nationalsozialismus in die USA. Er fand einen elementaren Beweis des "Primzahlsatzes" (die Anzahl der Primzahlen zwischen 1 und n verhält sich für große n wie n/log n) – eine Meisterleistung, die kaum jemand überhaupt für möglich gehalten hatte; aber wohl im Disput über diese Leistung verlor er auch seine letzte feste Anstellung.

Seitdem reiste er aus eigenem Antrieb, ohne festen Wohnsitz und fast ohne Besitz, jahrzehntelang um die Welt, um Mathematik zu betreiben, immer als Gast, auf Konferenzen wie bei Freunden, "absolutely unterwegs". Nach letzter Zählung umfasst sein Lebenswerk 1486 mathematische Arbeiten, an denen mehr als 500 Koautoren beteiligt waren, ein absoluter Weltrekord. Er starb 1996 im Alter von 83 Jahren, auf einer mathematischen Konferenz über eines der Themen, die er selbst geprägt und wie kein anderer beeinflusst hat: die Theorie der zufälligen Graphen.

Zweifellos ein Leben, das eine Biografie verdient hat. Was uns jetzt vorliegt, sind allerdings zwei Anekdotensammlungen, die bestenfalls als Versuche einer Biografie gelten können und einander auch noch sehr ähnlich sind.

Bruce Schechter beschreibt in seiner Danksagung, wie er zu seinem Thema kam. Eigentlich hatte er 1982 für die Zeitschrift "Discover" einen Artikel über Ron Graham zu schreiben. Der erzählte ihm Geschichten über seinen langjährigen Freund und Fachkollegen Erdös. Erst nach dessen Tod erinnerte sich Schechter daran und beschloss, eine Biografie zu schreiben.

Aber dafür haben die Anekdoten als Mater