Seit ihrer eher zufälligen Entdeckung im Jahre 1967 durch die junge Astronomin Jocelyn Bell und ihren Doktorvater Antony Hewish (Physik-Nobelpreis 1974) an der Universität Cambridge (England) faszinieren schnell rotierende Neutronensterne Wissenschaftler und Öffentlichkeit.


Kosmische Leuchtfeuer



Diese äußerst kleinen und kompakten Überreste massereicher Sterne, die bei einem Supernova-Ausbruch kollabiert sind, haben sehr starke Magnetfelder und senden entlang der Feldachse kegelförmig Radiowellen aus. Ist das Magnetfeld gegen die Rotationsachse geneigt, wirken sie wie kosmische Leuchttürme, von denen in periodischen Abständen Signale eintreffen, sofern die Erde im Schwenkbereich ihres Strahlungskegels liegt. Durch die Emission von elektromagnetischen Wellen und Teilchen verlieren solche Pulsare, wie sie genannt werden, allerdings Energie, so daß sich ihre Eigendrehung allmählich verlangsamt und die Pulsperiode entsprechend zunimmt. Nach etwa 10 bis 20 Millionen Jahren erlischt bei einer Rotationsdauer von 0,5 bis 4 Sekunden das Funkfeuer: Der himmlische Radiosender ist zum stillen Neutronenstern geworden.

Der jüngste bekannte Pulsar ist der Überrest einer 1054 von chinesischen Astronomen beobachteten Supernova im Krebsnebel. Bis 1982 galt er als derjenige mit der kleinsten Rotationsperiode: Sein Signal kommt pünktlich alle 0,033 Sekunden. Doch dann entdeckte man mit dem 300-Meter-Radioteleskop in Arecibo (Puerto Rico) im Sternbild Vulpecula (Füchschen) eine wesentlich schneller rotierende Radioquelle, deren Periode nur 1,558 Millisekunden beträgt. Bald darauf wurden weitere solche Millisekunden-Pulsare aufgespürt – teils als Einzelobjekte und teils als Komponenten von Doppelsternsystemen. Ihr Signal trifft so regelmäßig ein, daß sie ein besseres Zeitnormal setzen würden als die derzeit genauesten irdischen Atomuhren. Inzwischen kennt man mehrere Dutzend von ihnen.

Nach den ursprünglichen Vorstellungen müßte es sich dab