Von Nördlingen bis Los Angeles - fraktale Gesetzmäßigkeiten der Urbanisation
Untersuchungen über die Siedlungsstruktur von 60 Metropolen stellen die gängige negative Bewertung der Zersiedlung in Frage.
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße:
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Kurt Tucholsky
"Schnipsel"
Moderne Städte pflegen sich so in ihre Umgebung auszubreiten, daß sich auf der Landkarte ein tintenklecksartiges Bild ergibt. Diese Form wird im allgemeinen als ungeordnet und chaotisch empfunden, und es fehlt nicht an Versuchen, die Qualitäten der vermeintlich gewachsenen historischen Stadt wieder erstehen zu lassen.
Dabei war diese, zumindest was ihren Rand angeht, ein extrem künstliches Gebilde: Jede Erweiterung erforderte ein neues Stück Stadtmauer und damit gezielte Planung sowie kollektive Anstrengung der Bewohner. Nachdem der Verteidigungsaspekt keine Rolle mehr spielte und moderne Verkehrsmittel größere Entfernungen überwindbar machten, platzte die Behälterstadt wie eine Fruchtkapsel auf und ergoß sich in den umgebenden Raum. Der Stadtorganismus nahm in vielfältiger Weise die vorhandenen Strukturen wie Wegesysteme, unbebaute Flächen, Bachläufe und angrenzende Dörfer auf und vernetzte sich zu einer Stadtlandschaft.
Aber das Chaos ist nicht ohne Regel: Weltweit ähneln sich die Stadtlandschaften im äußeren Erscheinungsbild. Verbirgt sich dahinter eine Eigengesetzlichkeit menschlicher Siedlungsprozesse?
Fraktale Strukturen
Um dieser Frage nachzugehen, haben wir Pläne neueren Datums von 60 Ballungsgebieten digitalisiert und nach drei Gesichtspunkten ausgewertet: Zersiedlungsgrad, maximale Randdistanz und Größenverteilung der Teilflächen. Als Maß für den Zersiedlungsgrad diente uns das Verhältnis von Siedlungsfläche zu Randlänge einer Stadt. Zum Rand zählen dabei nicht nur die Grenzen nach außen, sondern beispielsweise auch die zu Freiflächen im Stadtinnern.
Die Messung der Randlänge ist nicht unproblematisch. Der


Sie ist zusammen mit Prof. Humpert und Dipl.-Ing. Brenner am Städtebaulichen Institut der Universität Stuttgart tätig.
Die im Artikel "Von Nördlingen bis Los Angeles - fraktale Gesetzmäßigkeiten der Urbanisation" geschilderten Ergebnisse wurden im Teilprojekt Natürliche Prozesse - Haus und Stadt des Sonderforschungsbereichs 230 "Natürliche Konstruktionen - Leichtbau in Architektur und Natur" erarbeitet. Er ist zuammen mit Prof. Humpert und Dipl.-Ing. Sibylle Becker am Städtebaulichen Institut der Universität Stuttgart tätig.
Die im Artikel "Von Nördlingen bis Los Angeles - fraktale Gesetzmäßigkeiten der Urbanisation" geschilderten Ergebnisse wurden im Teilprojekt Natürliche Prozesse - Haus und Stadt des Sonderforschungsbereichs 230 "Natürliche Konstruktionen - Leichtbau in Architektur und Natur" erarbeitet. Prof. Humpert ist zusammen mit Dipl.-Ing. Brenner und Dipl.-Ing. Sibylle Becker am Städtebaulichen Institut der Universität Stuttgart tätig.
Die im Artikel "Von Nördlingen bis Los Angeles - fraktale Gesetzmäßigkeiten der Urbanisation" geschilderten Ergebnisse wurden im Teilprojekt Natürliche Prozesse - Haus und Stadt des Sonderforschungsbereichs 230 "Natürliche Konstruktionen - Leichtbau in Architektur und Natur" erarbeitet.
abrufen





Landschaft & Oekologie |
bildungslücke |
braincast |
Fischblog |
Detritus |
Uhura Uraniae |
Sprachlog |
Con Text |
Robotergesetze |
Labyrinth des Schreibens |
Natur des Glaubens |
Mente et Malleo | 





