Versteckspielen ist nicht nur ein beliebter Zeitvertreib von Kindern, auch viele Tiere praktizieren es – nur geht es bei ihnen meist um Leben oder Tod. Betrachten wir die Fortpflanzung der Schlupfwespen. Befruchtete Weibchen injizieren ihre Eier mit Hilfe eines speziellen Legestachels in die Larven anderer Insekten, häufig in Schmetterlingsraupen (Bild 1). Das Wirtstier wird dadurch gelähmt, und aus den Eiern in seinem Körper schlüpfen die Wespenlarven. Diese ernähren sich von ihrem Wirt und töten ihn so am Ende. Auf oder nahe bei seiner Körperhülle spinnen sie anschließend ihre Kokons und verpuppen sich. Zweifellos ist es also für eine Raupe von größtem Interesse, zwischen den Blättern verborgen zu bleiben, von denen sie sich mästet; und das sollte zum Beispiel in einem großen, dicht bebauten Feld auch nicht schwierig sein.

Wie also finden die Wespen ihre Opfer in diesem undurchschaubares Dickicht, in dem die Raupen auch noch davonkriechen und gezielt in Deckung gehen oder sich tarnen? Bei der für ihren Fortpflanzungserfolg entscheidenden Suche können die Parasiten sicherlich nicht allein auf den Zufall bauen. In diesem Falle bräuchte, wie Freilandstudien gezeigt haben, eine Wespe möglicherweise ihr ganzes Leben, um ein einziges Wirtstier aufzuspüren.

In den vergangenen zehn Jahren haben unsere Arbeitsgruppen gemeinsam nach der Suchstrategie der Wespen geforscht, und wir glauben, sie nun gefunden zu haben. Außerdem sind wir überzeugt, daß die Prinzipien, die wir entdeckt haben, gleichermaßen für andere Arten parasitischer Wespen zutreffen darunter auch für solche, die an Eiern oder anderen Entwicklungsstadien ihrer Wirtstiere schmarotzen.

Kurz zusammengefaßt, lautet der Befund, daß die Wespen bestimmte flüchtige chemische Verbindungen, die sie über beträchtliche Entfernungen wah