Das Reich der natürlichen Zahlen ist noch grenzenloser als der Weltraum. Gleichwohl sind dort die Aussichten auf Ruhm für Otto Normal-PC-Besitzer deutlich besser als bei der Suche nach außerirdischen Intelligenzen (SETI@home, Spektrum der Wissenschaft 1/2002, S. 109). Am 4. Dezember 2001 traf das Glück den zwanzigjährigen kanadischen Studenten Michael Cameron: Sein PC hatte nach 45 Tagen Teilzeitarbeit entdeckt, dass 213466917-1 eine Primzahl ist, und damit die bislang größte bekannte Primzahl gefunden.

Sie wollen die Zahl ausgeschrieben vor sich sehen? Kein Problem: Unter http://www.mersenne.org/prime5.txt ist sie mit ihren reichlich 4 Millionen Dezimalstellen in voller Länge zu finden.

Primzahlen der Form 2p-1 heißen Mersenne?sche Primzahlen nach dem französischen Mönch Marin Mersenne (1588-1648), der erste fundierte Vermutungen über sie anstellte. Ob sie wirklich prim sind, das heißt keinen anderen Teiler haben als 1 und sich selbst, ist für Zahlen dieser Form weitaus einfacher zu überprüfen als für irgendwelche Zahlen derselben Größe.

"Einfach" ist relativ: Für jede Zahl, die eine Mersenne?sche Primzahl sein könnte, ist trotz der besten Algorithmen eine ungeheure Probierarbeit zu leisten. Um diese auf viele Computer zu verteilen, wurde 1996 das Projekt GIMPS (Great Internet Mersenne Prime Search, www.mersenne.org) ins Leben gerufen. Sein Schöpfer ist George Woltman, der über seine Person auf der Projekt-Web-site nichts verrät.

Das Prinzip ist wie bei SETI@home: Jeder ist eingeladen, seinen Computer ein Stück (Forschungs-)Arbeit machen zu lassen, wenn der nichts anderes zu tun hat. Das zugehörige Programm sowie die Einzelaufträge kommen