Ihren Kleinschreibrekord verdanken die Wissenschaftler einem Rastertunnelmikroskop, mit dem sie die einzelnen Atome der Reihe nach auf den rechten Platz brachten. Trotzdem sollte zwischen den einzelnen Teilchen immer genügend Abstand herrschen, damit sie nicht miteinander in Wechselwirkung treten – so wäre also der Menge an maximal aufschreibbarer Information pro Fläche eine natürliche Grenze gesetzt.
Hologramm aus Molekülen
Hari Manoharan von der Stanford University in Kalifornien und seine Mitarbeiter haben es jedoch geschafft, diese zu unterschreiten. Sie arbeiten zwar ebenfalls mit einem Rastertunnelmikroskop, doch war ihr Ansatz ein anderer: Mit den Molekülen bastelten die Wissenschaftler ein Quantenhologramm, anstatt direkt auf die Oberfläche zu schreiben. Während ein gewöhnliches Hologramm Lichtwellen nutzt, um dreidimensionale Objekte zu speichern und später plastisch wiederzugeben, erzeugt die neue Methode perfekte Abbilder mit Hilfe der quantenmechanischen Eigenschaften von Elektronen.
Ein S für Stanford
Mit einem Rastertunnelmikroskop positionierten und manipulierten sie dazu Kohlenmonoxid-Moleküle auf einer Schicht aus Kupfer in der Art, dass später, also im Hologramm, ein rund ein Nanometer großes "S" mit einer Linienbreite von nur 0,3 Nanometern für Stanford zu erkennen sein würde. Es besetzte damit nur die Hälfte der Fläche, die bislang von den kleinsten Buchstaben – aus direkt auf die Oberfläche gebrachten Metallatomen – eingenommen wurde. Zudem enthielt das Stanford S 35 Bit an Informationen, beziehungsweise eine Informationsdichte von mehr als 20 Bit pro Quadratnanometer – mehr als das doppelte als bei den "klassischen" Schreibverfahren.
Ferner demonstrierten Manoharan und sein Team, dass sich auch weitere Informationen in dasselbe Hologramm schreiben lassen: in diesem Fall ein "U". Sie lasen die beiden Buchstaben aus, indem sie das Hologramm nach Elektronen auf verschiedenen Energieniveaus abtasteten. Leider ist es bisher sehr zeitaufwändig, die Werke auf diese Weise zu betrachten. Eine praktische Anwendung der Technik liegt deshalb auch noch in weiter Ferne. Zumindest in diesem Punkt geht das gemeine Reiskorn als klarer Sieger hervor.





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