Als Sohn eines Dichters und wohlhabenden Diplomaten in
den Haag geboren, genießt Christian Huygens eine umfassende
und vielseitige Ausbildung durch verschiedene
Hauslehrer; er lernt neben Latein, Griechisch, Französisch
und Italienisch auch Arithmetik, Logik, Geographie
und Komposition. Sein Vater Constantin Huygens hat –
nicht zuletzt durch seine Tätigkeiten im Auftrag von
Wilhelm II, Prinz von Oranien, dem Statthalter der
jungen Republik der Niederlande – Verbindungen zu
vielen bedeutenden Wissenschaftlern in ganz Europa. Zu
den Freunden des Hauses gehört René Descartes (1596-1650), der seit 1629 im liberalen Holland lebt.
Mit 16 Jahren nimmt Christian Huygens ein Studium der Rechtswissenschaften in
Leiden auf, hört Mathematik-Vorlesungen bei Frans von Schooten (1615-1660),
einem begnadeten Lehrer der Mathematik und Herausgeber der Opera mathematica
des François Viète (1540-1603), wechselt nach Breda, wo John Pell (1611-1685)
lehrt, und wird an der protestantischen Universität Angers zum Dr. jur. promoviert.
Entgegen der Familientradition tritt er nicht in den diplomatischen Dienst ein,
sondern widmet sich der wissenschaftlichen Forschung. In seiner ersten Veröffentlichung
aus dem Jahr 1651 beschäftigt er sich mit der Bestimmung von