März 2009
Heinz Klaus Strick
Als Sohn eines Landwirts und Apfelweinproduzenten in Beaumont-en-Auge (Normandie) geboren, besucht er zunächst die örtliche Schule des Benediktiner-Ordens, danach das Jesuiten-Kolleg in Caen, mit dem für Kinder des Dritten Standes typischen Ziel, eine Laufbahn im Dienst der Kirche einzuschlagen. Seine Lehrer erkennen jedoch seine mathematische Begabung; 1768 geht Laplace ohne schulischen Abschluss nach Paris – ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben an Jean-Baptiste Le Rond D'Alembert (1717 – 1783), dem einflussreichsten Mitglied der Académie des Sciences.
Zwar beachtet D'Alembert das Empfehlungsschreiben zunächst nicht, aber Laplace überzeugt ihn durch sein selbstbewusstes, fachkompetentes Auftreten. D'Alembert unterstützt und fördert den talentierten Studenten, der bald mit Veröffentlichungen über Extremwertprobleme, Differenzengleichungen, Wahrscheinlichkeitstheorie und Astronomie auf sich aufmerksam macht. Mit 22 Jahren stellt Laplace einen ersten Antrag, als Mitglied in die Académie aufgenommen zu werden. Nach der Ablehnung vermittelt D’Alembert ihm eine Stelle als Mathematiklehrer an der Pariser Militärakademie.
Als die Bewerbung im darauf folgenden Jahr erneut scheitert, fragt D’Alembert bei Joseph-Louis Lagrange an, dem Nachfolger Leonhard Eulers als Direktor der mathematischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften, ob eine Stelle in Berlin frei sei. Bevor dort jedoch eine Entscheidung gefallen ist, erhält Laplace eine feste Anstellung als stellvertretendes Mitglied

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