Der Mathematische Monatskalender | 25.04.2008

Mai 2008

Heinz Klaus Strick
Nasir al-Din al-Tusi wird in Tus geboren, einer Stadt im Nordosten des heutigen Iran. Sein Vater ist Rechtsgelehrter an einer schiitischen Imam-Schule. Seine eigene Ausbildung wird daher stark von der Religion geprägt; aber sein Onkel und andere Lehrer tragen dazu bei, dass er auch in Mathematik, Physik und Philosophie unterrichtet wird. Im Alter von 13 Jahren wechselt der exzellente Schüler an eine angesehene Schule in Nishapur, etwa 75 Kilometer westlich von Tus gelegen.

Bald schon spricht man in der Region über den jungen Gelehrten – da erreicht die erste Welle mongolischer Reiterheere das Land. Die Soldaten des Dschingis Khan erobern im Jahr 1220 auch Tus und richten große Zerstörungen an. Der Herrscher selbst kehrt wieder nach Osten zurück (er stirbt 1227), während seine Söhne und Generale den Zug nach Westen fortsetzen. Erst 1241, nach der siegreichen Schlacht bei Liegnitz, kehren sie um, als auch der Nachfolger Dschingis Khans stirbt.

Al-Tusi nutzt rechtzeitig die Chance zu fliehen. Er findet Unterschlupf in der Burg Alamut, wohin sich die Assassinen, eine extreme schiitische Sekte, zurückgezogen haben und ihre Festung zunächst erfolgreich gegen die Angriffe der Mongolen verteidigen können. Dort, in der Ruhe der Burg, beschäftigt er sich mit Fragen der Philosophie, Religion, Mathematik und Astronomie und verfasst zahlreiche Schriften. Sein Interesse für die Astronomie ist vielleicht durch das Erscheinen eines Kometen…
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