Der Zeitpunkt der Geburt von Seki Kowa (auch Seki Takakazu
genannt) fällt in eine dramatische Phase der japanischen
Geschichte: In der Mitte des 16. Jahrhunderts befand
sich das Land noch in einem Machtkampf rivalisierender Fürsten,
die gewaltsam versuchten, die Oberherrschaft über
das Land (Shogunat) zu erringen. Eine kriegsentscheidende
Rolle spielten schließlich die von europäischen Händlern nach
Japan importierten Schusswaffen. Von 1543 an hatten zunächst
Kaufleute aus Portugal, später auch aus anderen Ländern
den Handel aufgenommen. Den Kaufleuten folgten
Missionare, die Hunderttausende zum Christentum bekehrten.
Unter den Missionaren waren auch Jesuiten, welche die japanischen Wissenschaftler
über den Stand der mathematischen Entwicklung in Europa informierten.
Die europäischen Kaufleute und Missionare versuchten, politischen Einfluss zu nehmen.
Im Jahr 1598 gelang es dann Togukawa Ieyasu, einem der militärischen Führer,
alle Rivalen zu besiegen und so Japan gewaltsam zu einigen.
Um einen möglichen
Einfluss des Kaisers (Tenno) zu reduzieren, verlegte er den Regierungssitz von Kyoto
in sein bisheriges Hauptquartier, ein kleines Fischerdorf namens Edo, das später den
Namen Tokyo (wörtlich: Ost-Hauptstadt) erhielt. Er verwies die fremden Kaufleute
und Missionare des Landes, verbot den christlichen Glauben und ließ die christlichen
Kirchen zerstören