a) die Gründung von Texas b) den Untergang von Granada c) die Reisen des Kolumbus d) die argentinische Verfassung
Antwort:
In Santa Fé, dem Heerlager der Katholischen Könige, unterzeichneten am 17. April
1492 die spanischen Herrscher den Vertrag mit Christoph Kolumbus, dessen
Entdeckungsreisen damit finanziell gesichert waren. Da Kolumbus alle seine
Forderungen gegenüber dem Königshaus durchsetzen konnte, wurde der Vertrag
als "Kapitulation von Santa Fé" bezeichnet.
Erklärung:
Christoph Kolumbus muss ein hartnäckiger Mann gewesen sein. Fast zwanzig
Jahre verfolgte er wie besessen sein Vorhaben - ohne Gehör zu finden. Dabei war
seine Idee, einen westlichen Seeweg nach Indien zu finden, gar nicht mal neu. Die
Kugelgestalt der Erde, die damit grundsätzlich die Möglichkeit eröffnete, die
asiatischen Länder quasi von "hintenrum" zu erreichen, war zu damaligen Zeiten
allgemein bekannt.
Kolumbus verrannte sich allerdings in der geschätzten Entfernung: Lediglich 4000
bis 5000 Kilometer, so glaubte er, seien zurückzulegen, um Asien zu erreichen.
Doch die Berater des portugiesischen Königs Johann II., dem er zuerst sein
Anliegen vortrug, nahmen ihm das nicht ab. Der wirkliche Abstand von
20 000 Kilometern war mit damaligen Schiffen keinesfalls zu bewältigen. Die
Entscheidung von Johann fiel damit konsequent aus: Antrag abgelehnt!
Frustriert zog Kolumbus 1485 nach Spanien; doch die hiesigen Herrscher, Königin
Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, hatten gerade
Besseres zu tun: Sie führten Krieg gegen Granada, das letzte maurische
Fürstentum auf der iberischen Halbinsel, um so die 500-jährige Reconquista zu
ihrem Abschluss zu führen. Und die spanischen Kommissionen, die Kolumbus'
Anliegen begutachteten, lehnten ebenfalls ab.
1491 brach Kolumbus auf, um bei einem weiteren europäischen Königshaus
vorstellig zu werden. Doch er brauchte Frankreich, das Ziel seiner Reise, gar nicht
mehr zu erreichen. Denn im Kloster La Rábida, wo der unermüdliche Antragsteller
Rast machte, überredete ihn der Mönch Juan Perez, seines Zeichens Beichtvater
von Isabella, es noch einmal mit der widerspenstigen Königin zu versuchen.
Im richtigen Moment. Denn am 2. Januar 1492 kapitulierte der Maurenfürst
Muhammad XII. - Das Sultanat von Granada war gefallen.
Während Kolumbus wieder auf dem Weg nach Frankreich war, bekniete Isabellas
Schatzmeister Luis de Santángel seine Königin, auf die unglaublichen Forderungen
des Seefahrers einzugehen. Hilfreich bei Isabellas Entscheidungsfindung dürfte
auch die Bereitschaft Santángels gewesen sein, seine Privatschatulle für die
Expedition zu öffnen. Und auch ein Sklavenhändler aus dem Hause Medici, der
neue "Ware" witterte, trug zur Finanzierung bei.
Der Rest ist schnell erzählt: Kolumbus wurde flugs zurückbeordert, alle seine
Bedingungen wurden akzeptiert, am 3. August 1492 stach er in See und erreichte
am 12. Oktober die Bahamas-Insel Guanahani, die er auf den Namen San
Salvador taufte. Die Folgen sind ebenfalls bekannt: Vor der Ankunft des
Entdeckers lebten schätzungsweise 15 Millionen "Indianer" im karibischen Raum,
nur sechzig Jahre später galten die Ureinwohner als ausgestorben.
Für die spanische Krone hatte sich die Investition gelohnt. Nach der Reconquista
folgte fast ohne Übergang die Conquista der "Neuen Welt", bei der sich spanische
Militärs hervortun konnten. Durch die Ausbeutung Lateinamerikas überflügelte
Spanien bald die alte Seemacht Portugal.
Kolumbus war vermutlich bis zu seinem Lebensende davon überzeugt, in Indien
gelandet zu sein. Vor 500 Jahren, am 20. Mai 1506, starb der Seefahrer, dessen
Herkunft immer noch ungeklärt ist, in Valladolid.
Santa Fé, das alte Heerlager der Katholischen Könige vor den Toren Granadas,
avancierte inzwischen zur Kleinstadt und zur Patin von Stadtgründungen in der
Neuen Welt - wie beispielsweise "La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de
Asís", zu deutsch "Königliche Stadt des heiligen Glaubens des heiligen Franz von
Assisi", im heutigen US-Bundesstaat New Mexico. Große Teile des Südens der USA
gehörten lange Zeit zu Spanien beziehungsweise zu Mexiko, dessen
Unabhängigkeit Spanien 1821 anerkannte. Das benachbarte Texas konnte sich
jedoch mit der mexikanische Herrschaft nicht anfreunden und schlug deren
Truppen am 21. April 1836 am Río San Jacinto. Lange sollte der junge Staat
allerdings nicht existieren: Am 19. Februar 1845 wurde Texas von den USA
annektiert.
Eine Stadt namens Santa Fé gibt es auch in Argentinien, die in den
Unabhängigkeitskriegen des südamerikanischen Landes eine Rolle spielte. 1853
entstand hier die republikanische Verfassung, die im Wesentlichen bis heute gilt.