Unversehens steht man auf einer weiten Hochebene in Argentinien vor einer bemerkenswerten Konstruktion: Mitten in der Pampa Amarilla, auf einer Fläche von etwa 60 mal 50 Quadratkilometern, so groß wie das Saarland, stehen 1600 gedrungene, 1,2 Meter hohe zylindrische Bunker – regelmäßig in Abständen von 1,5 Kilometern. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich als Wassertanks aus Plastik. Jeder fasst 12 000 Liter und trägt auf dem Dach Solarzellen sowie eine Antenne. Etwas erhöht auf dem hügeligen Rand der Pampa richten Kameras von vier Stationen ihre Teleskopaugen in den Himmel.
Ein Landeplatz für UFOs? Natürlich nicht. Hier steht eines der modernsten und im Durchmesser größten astronomischen Beobachtungsgeräte der Welt – das Pierre Auger Cosmic Ray Observatory. Wissenschaftler aus den 17 Ländern, die an diesem Projekt beteiligt sind, erhoffen sich mit seiner Hilfe Aufklärung über die Natur von Teilchen mit extrem hohem Energiegehalt, die vom Weltraum aus auf die Erde treffen (siehe SdW 1/2006, S. 12).
Der friedliche Nachthimmel mit seinen leicht funkelnden Sternen am Firmament, den wir mit bloßen Augen sehen, verrät nichts von dem wilden Geschehen, das sich
Gerhard Börner promovierte an der Ludwig-Maximilians-
Universität München über Teilchenphysik.
Nach Auslandsaufenthalten in Japan und
den USA habilitierte er sich an der LMU für das
Fach Physik und forschte als wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astrophysik
in Garching. Schwerpunkt seiner Arbeit ist
die Kosmologie, speziell die Entstehung und
Entwicklung der Galaxien.
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