Ob wir versuchen sollten, uns selbst körperlich und geistig zu optimieren, wird seit Langem kritisch diskutiert. Unbestritten ist, dass die medizinischen und biotechnologischen Möglichkeiten dafür inzwischen enorm gewachsen sind. Doch wollen wir den "neuen Menschen" überhaupt?
Ludwig Siep ist Professor für Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit Langem befasst er sich mit den Zielen und Folgen der modernen Biotechnologie. Er möchte die Kriterien des "besseren" Menschen nicht den Ingenieuren und Produzenten überlassen, sondern sie philosophisch und öffentlich diskutieren. In diesem Jahr erscheint dazu sein Essay-Band mit dem Titel "Moral und Gottesbild. Aufsätze zur konkreten Ethik".
Der Mensch bedarf dringend der Verbesserung – sagen so genannte Transhumanisten. Sie wollen ihm so rasch wie möglich zu völlig neuen Eigenschaften verhelfen. Technologische Hilfsmittel sollen seine Fähigkeiten in Bereiche erweitern, die wir bisher nur von leistungsstarken Maschinen oder von anderen Lebewesen kennen, wie etwa beim Infrarotsehen oder Ultraschallhören.
Genetik und Biotechnologie haben längst Wege eröffnet, die menschliche Reproduktion zu optimieren. Dazu gehören Klonierungstechniken, Selektion bei der künstlichen Befruchtung sowie genetische Verbesserungen des Nachwuchses. Auch eine Lebensverlängerung scheint dank der regenerativen Medizin weit über das bisher Übliche hinaus machbar: etwa mittels
Der Autor fordert eine wissenschaftliche Diskussion über philosophische und moralische Zielsetzungen der Nutzung technischer Möglichkeiten zur Aufwertung eines Menschen, der zum Beispiel tugendhaft und vernünftig handelt, zumindest perfekter als der heutige sein könnte oder sollte. Dieser sollte in eine gesellschaftliche beziehungsweise soziale Ordnung eingepasst sein oder werden.
Es erscheint sinnvoll, das herrschende Durcheinander von Begriffen und Bewertungen erst einmal durchzugehen, wie es in einem Teilgebiet die VDI-Richtlinie 3780.1991 vorschlägt (siehe hierzu auch die Dissertationen von W. Scheffczik, Uni Oldenburg 2003 und H. Becker, Kirchl. Hochschule Wuppertal-Bethel. 2008) und - wie es dringend nötig ist - das Enhancement oder den Transhumanismus besser beurteilen zu können, um den Bestrebungen der Politik mit den Schlagworten von sozialer Gerechtigkeit und Verbesserung der Lebensbedingungen ein Fundament zu geben. Manches wird heute leider voluminös ethisch, aber dabei oft einseitig interpretiert.
Es schwebt so manchen Mitmenschen vor, dass man klüger werden könnte, und wenn nicht, dann aber über den Umweg künstlicher Intelligenz oder weiterentwickelter Computertechnik wenigstens in diese Richtung zu wollen. Dabei zeigt sich immer mehr das Risiko digitaler Demenz, von Überforderung der geistigen Substanz unseres menschlichen Gehirns. Man kann wohl nicht das von der Natur angelegte überspringen (www.philosophie.tu-darmstadt.de/media/institut_fuer_philosophie/diesunddas/normann/mitdernatur.pdf), höchstens durch Wunschdenken und religiöse Vorstellungen. Überhaupt bleibt die Frage: Wann verlassen wir so manche noch heute üblichen Rituale, die ihre Wurzeln in der Steinzeit haben? Und was wäre da zu tun?
Unterzeichner begrüßt die Anregung des Autors zu einer gründlichen Debatte.
1. Technikbewertung
02.05.2013, Dr.-Ing. Adalbert Rabich, DülmenEs erscheint sinnvoll, das herrschende Durcheinander von Begriffen und Bewertungen erst einmal durchzugehen, wie es in einem Teilgebiet die VDI-Richtlinie 3780.1991 vorschlägt (siehe hierzu auch die Dissertationen von W. Scheffczik, Uni Oldenburg 2003 und H. Becker, Kirchl. Hochschule Wuppertal-Bethel. 2008) und - wie es dringend nötig ist - das Enhancement oder den Transhumanismus besser beurteilen zu können, um den Bestrebungen der Politik mit den Schlagworten von sozialer Gerechtigkeit und Verbesserung der Lebensbedingungen ein Fundament zu geben. Manches wird heute leider voluminös ethisch, aber dabei oft einseitig interpretiert.
Es schwebt so manchen Mitmenschen vor, dass man klüger werden könnte, und wenn nicht, dann aber über den Umweg künstlicher Intelligenz oder weiterentwickelter Computertechnik wenigstens in diese Richtung zu wollen. Dabei zeigt sich immer mehr das Risiko digitaler Demenz, von Überforderung der geistigen Substanz unseres menschlichen Gehirns. Man kann wohl nicht das von der Natur angelegte überspringen (www.philosophie.tu-darmstadt.de/media/institut_fuer_philosophie/diesunddas/normann/mitdernatur.pdf), höchstens durch Wunschdenken und religiöse Vorstellungen. Überhaupt bleibt die Frage: Wann verlassen wir so manche noch heute üblichen Rituale, die ihre Wurzeln in der Steinzeit haben? Und was wäre da zu tun?
Unterzeichner begrüßt die Anregung des Autors zu einer gründlichen Debatte.