August 2005, ein heißer Tag im Nordwesten Australiens. Inmitten der von hohen Felsen umgebenen Graslandschaft von Gogo Station, einer riesigen Rinderfarm im Landesinnern, suchen meine Mitarbeiter und ich Steine mit Fischfossilien. Heute könnten in der trockenen Gegend keine Wasserbewohner existieren. Doch vor 375 Millionen Jahren, im späten Devon, lag hier in einem flachen Meer ein gewaltiges tropisches Riff, in dem es von Leben wimmelte. Urtümliche Fische tummelten sich darin in großer Fülle.

John A. Long und seine Kollegen stellen ihre Aufsehen erregenden Fossilienfunde aus der australischen Gogo-Ebene vor.

Ihre Fossilien verstecken sich in manchen der gut austgroßen Kalksteinknollen, die wir vorsichtig aus den landschaftstypischen hohen Dornpolstergräsern hervorklauben. Diese scharfen, spitzen Igel- oder Spinifex-Gräser sind schon unangenehm genug – doch in den Horsten dösen zudem Todesottern, hochgiftige Nattern. In Jahrmillionen hat die Erosion solche Steine aus dem Schiefer gewaschen. Einen nach dem anderen schlagen wir sie auf, jedes Mal gespannt, ob sich darin vielleicht ein fossiler Schatz verbirgt.

Die Fische, die einst das Gogoriff besiedelten, waren großteils Vertreter der Plakodermen: so genannte Plattenhäuter oder Panzerfische, die einen mit Knochenplatten gepanzerten Vorderkörper besaßen. Heute sind die Panzerfische längst ausgestorben, doch zu ihrer Zeit stellten sie die erfolgreichste Wirbeltiergruppe dar. Fast 70 Millionen Jahre lang beherrschten sie die Erde…