Evolution
Nützliche Parasiten
Das Problem: Jede Larve kostet die Feige einen Samen; zugleich liegt es im Interesse der Wespen, möglichst viele Eier in einem Blütenstand zu deponieren. Unter diesen Umständen sollte die Pflanze letztlich den Kürzeren ziehen.
Derek Dunn von der Universität Reading (England) und seine Kollegen haben nun herausgefunden, warum die Beziehung zwischen Feige und Insekt dennoch funktioniert − und zwar schon seit rund hundert Millionen Jahren. Es liegt an einem dritten Mitspieler: einer parasitischen Wespe. Diese kann mit ihrem Legebohrer von außen die Wand des Blütenstandes durchstechen und ihre Eier in die Larven der Feigenwespen ablegen.
Wie Dunn nun herausfand, sind Larven in den inneren Blüten schlechter zugänglich und werden daher seltener parasitiert. Die natürliche Selektion begünstigt also diejenigen Feigenwespen, die ihre Eier dort ablegen. Weiter außen können sich dann Samen entwickeln. So helfen die Parasiten, das Gleichgewicht zwischen der Pflanze und ihren Bestäubern stabil zu halten.
Malte Jessl


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