Mit dem Keck-Teleskop beobachtete das Team um Howard und Marcy die 166 Sterne über einen Zeitraum von fünf Jahren und bestimmte deren Radialgeschwindigkeiten. Aus der Taumelbewegung der Sterne schließen die Wissenschaftler indirekt auf die Existenz von Planeten in einer Umlaufbahn um den jeweiligen Stern. Mit dieser Technik können bisher jedoch nur solche Planeten detektiert werden, die eine bestimmte minimale Masse besitzen und ihren Stern in nicht allzu großer Entfernung umkreisen. Dazu gehören jupiterähnliche Gasriesen mit bis zu drei Jupitermassen (1000 Erdmassen), die den Stern in einer Entfernung von nur einem Viertel einer Astronomischen Einheit (Abstand Erde-Sonne) umrunden. Kleinere Planeten, die die Größe unseres Neptuns aufweisen oder sogenannte Super-Erden mit drei bis zehn Erdmassen, müssen ihre Sterne in engerer Umlaufbahn umkreisen, damit dem Teleskop-Spektografen-Gespann mit dieser Methode zugänglich sind.
Die künstlerische Darstellung des Exoplaneten CoRoT-9b. Nach den neuesten Berechnungen könnte jeder vierte sonnenähnliche Stern von einem erdgroßen Exoplaneten umrundet werden.
Die Studie enthält die ersten Abschätzungen dieser Art zur Häufigkeit von erdgroßen Exoplaneten. Da in der Untersuchung nur Planeten mit kleinen Bahnradien berücksichtigt sind, könnte es in entfernteren Umlaufbahnen sogar noch mehr Planeten dieser Größe geben. Auch die Existenz von Exoplaneten in den habitablen Zonen ihrer Sonnensysteme ist nicht ausgeschlossen. Die habitable Zone bezeichnet denjenigen Bereich um einen Stern, in dem Wasser wegen der Temperaturverhältnisse flüssig ist.
Marcy ist Mitglied der Kepler-Mission der NASA, die bei 156 000 Sternen nach Transit-Planeten sucht. Basierend auf der neuen Statistik erwarten die Astronomen nun die Entdeckung von 120 bis 160 erdgroßen Planeten bei 10 000 Sternen, die eine Umlaufzeit von weniger als 50 Tagen haben. (bw)




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