Von der Erde aus betrachtet läuft Gliese 436b bei jedem Umlauf einmal vor und einmal hinter seinem Stern entlang. Deshalb war es den Forschern möglich, die vom Planeten emittierte Wärmestrahlung mit dem Weltraumteleskop Spitzer zu messen.
Gliese 436b ist der kleinste bisher bekannte Exoplanet, dessen Licht direkt gemessen wurde. Er umkreist seinen Stern, einen Roten Zwerg, in einer Distanz von nur 0,03 Erde-Sonne-Abständen. Seine Masse beträgt rund ein Zehntel der Jupitermasse, während sein Radius dem von Neptun ähnelt.
Die Häufigkeiten für Methan sowie Kohlenmonoxid (CO) stimmen jedoch nicht mit den Modellvorstellungen überein, die Forscher auf Grund der vermutlich von Wasserstoff dominierten Atmosphäre von Gliese 436b annehmen. Möglicherweise liege das daran, so Stevenson und Kollegen, dass die theoretischen Modelle von einem thermochemischen Gleichgewicht auf dem extrasolaren Planeten ausgehen.
Die Wissenschaftler spekulieren deshalb, dass dieser Gleichgewichtszustand gestört sein könnte. Denkbar wäre etwa eine vertikale Durchmischung der Atmosphäre, wodurch CO aus tieferen und heißeren Schichten nach oben transportiert würde. Da aber Kohlenmonoxid in Methan umgewandelt wird, müssten relativ starke Umwälzungen stattfinden, um das im Vergleich zu Prognosen mindestens 100 000-mal geringere Methan-Kohlenmonoxid-Verhältnis zu erklären.
Eine Alternative bietet die Polymerisation von Methan in andere Verbindungen wie beispielsweise Ethen, schreiben die Forscher um Stevenson. Diese chemischen Reaktionen seien bei den auf Gliese 436b vorherrschenden Temperaturen von mehr als 400 Grad Celsius zumindest sehr wahrscheinlich. In zukünftigen theoretischen Atmosphärenmodellen sollten sich diese Hypothesen niederschlagen. (mp)




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