Normalerweise ist Dimitar D. Sasselov, Astronom am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CFA) in Cambridge (Massachusetts), nie um eine Antwort verlegen. Doch als der Interviewer ihn nach seinem Liebling unter den vielen Planeten fragt, welche die Kepler-Mission der NASA bereits entdeckt hat, weicht er aus: "Darüber bin ich hinaus. Es geht nicht um einen einzelnen Planeten, es geht um eine ganze Familie."

Sasselov gibt sich aus gutem Grund vorsichtig. Sein Vortrag auf der Tagung "Technology, Entertainment and Design " im Juli 2010 in Oxford trug ihm bei seinen Kepler-Kollegen scharfe Kritik ein. Seinerzeit hatte er eine größere Anzahl möglicher Planeten genannt, als das Team offiziell bekannt geben wollte. Außerdem löste seine sorglose Wortwahl eine Flut von Schlagzeilen aus, die fälschlich verkündeten, man habe bereits Hunderte von erdähnlichen Planeten entdeckt.

Seit Februar 2011 ist dieser Hickhack Schnee von gestern: Die Kepler-Mission veröffentlichte inzwischen Daten von mehr als 400 mutmaßlichen Planetensystemen sowie 15 zweifelsfrei bestätigten Planeten. Zu den neuesten Funden zählt …