Geschlechtsakte laufen in der Natur nicht immer nur zärtlich ab. Langsam ergründen Biologen, warum manche Arten ihre Fortpflanzung mit Brutalität erkaufen.
Die Autorin ist freie Journalistin in Lehnin/Brandenburg; zur Homepage
Sex kann eine durchaus verletzende Angelegenheit sein. Wenn die im Pazifik lebenden Meeresschnecken der Art Siphopteron quadrispinosum zur Sache kommen, sieht das mehr nach Kampf als nach Paarung aus: Die nur einen halben Zentimeter großen Zwitter nutzen ihren Penis als Waffe, und das männliche Sexualorgan hat ein Anhängsel, dessen Spitze wie eine Injektionsnadel geformt ist. Diese Spitze rammen die Tiere vor und während der Paarung in den Körper ihres Partners. Der für die Übertragung des Spermas zuständige Teil des Penis ist außerdem mit allerlei martialischen Haken und Stacheln ausgerüstet, die sich während des Akts in die weibliche Geschlechtsöffnung krallen. Das alles klingt nicht gesund - und ist es wohl auch nicht. Mal verletzen sich die beiden Schneckenpartner gegenseitig, in anderen Fällen spielt einer die männliche und einer die weibliche Rolle, und nur Letzterer trägt die Wunden davon. Ohne Verletzte geht die Sache jedenfalls nicht aus.
Solche Fortpflanzungsrituale, bei denen einer der Beteiligten zu Schaden kommt, galten im...
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