Sterne und Weltraum 1/2014
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Inzwischen haben die Astronomen aber erkannt, welche wichtige Rolle Zwerggalaxien für das Verständnis der Galaxienentwicklung spielen. Allein in der Umgebung unserer Milchstraße kennen wir heute 26 solcher Begleitgalaxien. Diese sind, wie die Astronomin Eva Grebel von der Universität Heidelberg in der Januarausgabe von "Sterne und Weltraum" beschreibt, äußerst interessante Studienobjekte: Sie helfen uns zu verstehen, wie der Prozess der Sternentstehung in Galaxien abläuft, die im Vergleich zu unserer Milchstraße eine viel geringere Masse und einen weit geringeren Anteil schwerer Elemente haben. Zudem sind von allen Objekten, die wir kennen, gerade die Zwerggalaxien mit der geringsten Helligkeit am stärksten von der rätselhaften Dunklen Materie dominiert. Von der Untersuchung dieser leuchtschwachen Sternsysteme erhoffen sich die Astrophysiker deshalb Erkenntnisse über die noch unverstandene Natur der Dunklen Materie.

Zwerggalaxie NGC 5477
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Interessanterweise stützen damit die unauffälligsten Zwerggalaxien die Vorstellung, dass große Galaxien entstehen, indem viele kleinere Sternsysteme allmählich miteinander verschmelzen. Demnach wären die Zwerggalaxien, die wir heute sehen, die fossilen Überreste solcher Prozesse. Aus ihrem Studium lernen die Astronomen also mehr über die Bausteine massereicherer Galaxien.