Wenn Menschen von Medikamenten krank werden oder gar an ihnen sterben, ist das ein tragisches Paradox – aber weit verbreitet. In Entwicklungsländern sind gefälschte und unzureichende Medikamente an der Tagesordnung.
Die Autorin ist freie Wissenschaftsjournalistin in Oldenburg.
Medikamentenfälschung ist ein jahrtausendealtes Geschäft. "Sie begleitet uns wahrscheinlich schon, seit Menschen anfingen, pflanzliche Arzneimittel zu nutzen", sagt Paul Newton, Tropenmediziner am Mahosot-Krankenhaus in Vientiane, Laos, und an der Oxford University. "Arzneimittelfälschung wurde schon bei den alten Griechen diskutiert, und in der viktorianischen Zeit in England war sie ein großes Gesundheitsproblem." Dann aber ist das Thema in Vergessenheit geraten, und es scheint fast so, als würde es erst jetzt wieder an die Öffentlichkeit drängen.
"Unsere Vorfahren würden sich sicherlich wundern, warum wir so langsam in die Gänge kommen", meint Newton. Denn das Problem ist keine Kleinigkeit: Das globale Gesundheitssystem krankt massiv an gefälschten und minderwertigen Medikamenten. Etwa ein Zehntel der Medikamente weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefälscht - in einigen Regionen in Entwicklungsländern sind es sogar fast ein Drittel und mehr.
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